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Mary's Boy auf den Spuren seiner Mutter

Dreifache Vibelzee-Streitmacht – Garant und Unikum in finnischen Farben

Von Volker Hohn

17 Jahre nach dem Triumph von Red Lady im „Stuten-Derby“ kann ihr Sohn Mary's Boy (Foto) das Blaue Band gewinnen. Mit seiner Siegerzeit von 1:15,2, der schnellsten in den vier Qualifikationen am vergangenen Sonntag, unterstrich der Hengst nachdrücklich seine Anwartschaft auf die Spitzenposition im Jahrgang 2007.

Der erst 18-jährige Robbin Bot bewies Selbstvertrauen („Als Favorit muss man auch mal nach vorne fahren.“) und die notwendige Abgeklärtheit, als er seinen Schützling noch vor dem ersten Bogen an die Spitze steuerte und ihm dort alles passend einteilte. Im Hinblick auf eine besondere Taktik für das Finale meinte sein Vater Hans nur: „Er muss ruhig bleiben und sein eigenes Rennen fahren.“

Bärenstarke Konkurrenz

Das könnte freilich nicht so einfach werden, trifft er im mit 218.430 Euro dotierten Entscheidungslauf doch u. a. auf eine dreiköpfige Streitmacht des Vibelzee Teams (Amoor Kievitshof, Finca und Baron W.) und die Trainingsgefährten Garant und Unikum, die gemeinsam finnische Interessen vertreten.

Über welche Kapazitäten Amoor Kievitshof verfügt, musste der Wallach in seinem total verbummelten Vorlauf nicht zeigen. Nach einem Rennen in der ungeliebten Außenspur meinte Hugo Langeweg: „Für mich war es in dieser Lage wichtig, dass das Tempo nicht hoch war. Amoor Kievitshof ist ein gutes Pferd, das auch aus dem Feld heraus gewinnen kann.“

Finca und Baron W.

Mögliche Unterstützung könnte der großrahmige Braune von Finca erhalten, für die der belgische Spitzenfahrer Dominik Locqueneux verpflichtet wurde. Allerdings hat sich die einzige Stute im Feld bislang noch nicht als gute Beginnerin geoutet. Ganz anders als Baron W. (Michael Schmid: „Er ist nicht so einfach zu steuern.“), der in seinem Vorlauf sehr lange den Ton angab, diesmal aber aus der zweiten Reihe startet.

Wahrscheinlich nicht unbedingt von vorne werden es auch Garant und Unikum versuchen. Michael Nimczyk zeigte sich nach dem Vorlaufsieg geradezu begeistert. „Garant ist ein ganz tolles Pferd, das alles mitmacht. Auf den ersten 1200 Metern habe ich ihn verdeckt gefahren, die letzten 700 Meter waren dann sehr stark.“ Heinz Wewering kündigte für den im ersten Bogen in Front gezogenen Unikum eine veränderte Taktik an: „Er war heute nicht so stark wie im 'Buddenbrock'. Man kann darüber spekulieren, ob ihm das Rennen noch in den Knochen gesteckt hat oder er an der Spitze nicht so stark ist. Auf jeden Fall werde ich versuchen, ihn aus dem Feld heraus einzusetzen.“

Pfeilschneller Baltimore As

Mit einem Rennen auf Warten sehr gut bedient war Baltimore As, der im Top-Speed auf der Zielgeraden etliche Längen  gutmachte und Unikum noch locker auf den Ehrenplatz verwies. Angesichts dieser Leistung zeigte sich Roland Hülskath sehr optimistisch: „Die Startnummer war nicht die beste, doch entwickelte sich der Rennverlauf für uns optimal. Der Hengst kann auch das Finale gewinnen. Ich brauchte heute nicht einmal die Watte zu ziehen.“
   
Armando Kievitshof (Cees Kamminga: „Das Rennen habe ich im letzten Bogen verloren.“) und Like that Diamant (Gerd Biendl: „Die Leistung war gut. Leider war er sehr heftig und ging stark gegen die Hand.“) können wohl mehr erreichen als Picasso (Andor Schute), der bei seinem zweiten Platz hinter Amoor Kievitshof vom Rennverlauf und  Ausfällen der Gegner profitierte.

My Muscles Yankee Favorit?

Der im Kampf mit Picasso von den Beinen geratene My Muscles Yankee wird mit seinem dänischen Trainer Steen Juul im Finale B um 20.000 Euro wahrscheinlich auf den Favoritenschild gehoben werden. Aus der zweiten Reihe wird er insbesondere auf die Stallgefährten Armstrong Transs R (Cees Kamminga) und Toolbox (Michael Schmid) zu achten haben. Mit ihren günstigen Startnummern darf man auch Victory Love (Roland Hülskath) und Dschingis Khan (Gerd Biendl) etwas zutrauen.

Aus dem hochklassigen Rahmenprogramm ragen die international besetzte „Rekord-Meile“ und die erstmals ausgetragene „Derby-Revanche“ heraus, in der mit Karaburan, Marc Burgerheide, Zalgado Transs R und Peter Burgerheide die hinter dem immer noch pausierenden Zar As Bestplatzierten aus dem „Derby“ auf den „St. Leger“-Sieger Jag Junior und den aktuellen „Criterium“-Sieger Heros treffen.