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„Angst ist ein schlechter Ratgeber“

Favoriten-Trio mit Anky Kievitshof, Gondolin und Angelique Transs R

Von Volker Hohn

„Angst ist ein schlechter Ratgeber“, meinte am vergangenen Samstag der niederländische Trainer Rob de Vlieger, nachdem Robin Bakker für ihn mit Anky Kievitshof den 4. Vorlauf zum „Arthur-Knauer-Rennen“ gewonnen hatte, auf die Frage, ob er im Finale des „Stuten-Derbys“ vor einer Konkurrentin Angst habe.

Die wäre tatsächlich auch vollkommen unbegründet, zählt die Abano-As-Tochter doch seit Saisonbeginn zu den besten Stuten des 2007-er Jahrgangs. „Sie hat seit dem Frühjahr nur gute Leistungen gezeigt und ist nun auf den Punkt topfit“, meinte Rob de Vlieger im Sieger-Interview, und Robin Bakker stapelte ein wenig tief, als er ergänzte: „Der letzte Kilometer war schon ganz gut.“ Immerhin erzielte Anky Kievitshof in den Qualifikationen mit 1:17,4 die schnellste Zeit.

Hauptkonkurrenten: Gondolin und Angelique Transs R

Die wichtigsten Konkurrentinnen im mit 50.000 Euro dotierten Finale sieht Rob de Vlieger in Gondolin und Angelique Transs R (Foto), die ihre Vorläufe ebenfalls auf Platz eins beendeten. Dabei tat Gondolin bei ihrem Start-Ziel-Erfolg nicht mehr als nötig. „Sie ist ein absolutes Rennpferd und will immer alles geben“, erklärte ihr Partner Detlef Fleischer, der die vorangegangene Niederlage im Stutenlauf des „Buddenbrock-Rennens“ darauf zurückführte, dass sie sich im Finish von der weit außen attackierenden Anky Kievitshof habe überraschen lassen.

Bei dieser Gelegenheit belegte Angelique Transs R, die mit Heinz Wewering offensichtlich ihren idealen Partner gefunden hat, übrigens den dritten Rang. Trainer Hans Bot sieht die regelrechte Leistungsexplosion seines Schützlings in einem veränderten Beschlag. Heinz Wewering, den er als den „besten Fahrer“ bezeichnete, bilanzierte: „Ich habe sie wie schon im 'Buddenbrock' bewusst aus dem Feld heraus gefahren. Ich musste zwar schon nach einer Runde in die Offensive gehen, doch hat 'Angelique' den Angriff sehr gut durchgestanden. Sie besitzt einen großen Gehwillen.“

Vin Race legt zu

Mit einer neuen Anspannung präsentierte sich auch Vin Race von ganz anderer Seite als zuvor. Uwe Zevens, der die Stute erst im Juni erworben hat, sagte: „Im Training hat sie immer einen guten Eindruck hinterlassen, war im Rennen aber kaum zu regulieren und hat sich dabei die Kraft genommen, die zum Schluss fehlte. Mit einem neuen Gebiss ließ sie sich diesmal sehr gut fahren.“

Start-Ziel sorgte Vin Race für eine handfeste Überraschung als sie More Muscles, von der Thomas Panschow durchaus etwas mehr erwartet hatte, auf den Ehrenplatz verwies. Im Finale steuert er Floriane, die sich beim erst zweiten Start ihrer Laufbahn in der Endphase auf kurzem Weg gut ins Bild schob. Noch stärker könnte vielleicht Indikid einzuschätzen sein, die mit Roland Hülskath im Speed hinter Anky Kievitshof einen viel versprechenden Eindruck hinterließ. Für die immer noch sieglose Bella B und Action Tranns R, die als Dritte über die Zeitregelung ins Finale kamen, hängen die Trauben indes sehr hoch.

Nicht zu unterschätzen: Jessica Alba

Im Finale B um 15.000 Euro könnte es eventuell für Inara (Helmut Biendl) reichen, die in ihrem Vorlauf das Pensum an der Spitze nicht durchstand. Die vor ihr ins Ziel gekommene, aber wegen unreiner Gangart aus der Wertung genommene Lady Maud (Hugo Langeweg), die eingangs des Schlussbogens an zweiter Stelle von den Beinen geratene Kamina (Roland Hülskath) und Jacquelin (Michael Schmid) sind weitere Kandidatinnen für einen Platz im Vordertreffen. Nicht unterschätzen sollte man Jessica Alba (Michael Hendrikx), die bis zu einem Patzer an der letzten Ecke erstaunlich gut mitgehalten hat.

Der in seinem „Derby“-Vorlauf auf der Strecke gebliebene Velten Couture (Hans Joachim Tipke) sucht im mit 20.000 Euro dotierten Auktionsrennen eine zumindest kleine Entschädigung. Mit der Startnummer 13 geht der Hengst aus der zweiten Reihe auf die Reise, was angesichts der Konkurrenz kein großes Handicap sein sollte. Für eine gute Prämie in Betracht kommen Golden Sunlight (Heinz Wewering), der in seinem „Derby“-Vorlauf bis zu einem Patzer im Schlussbogen gut mithielt, die aktuelle Hamburger Siegerin I'm a Star (Gerd Biendl) und Recordtime (Hugo Langeweg sr.), vor Wochenfrist Dritte in einem Vorlauf zum „Stuten-Derby“.