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Am Vorabend des „Stuten-Derbys“ geht es für die älteren Semester des sogenannten schwachen Geschlechts ums große Geld. 40.000 Euro gibt es im „Bruno-Cassirer-Rennen“ zu gewinnen, 5.000 Euro in den beiden aus drei Bändern gestarteten Vorläufen, 30.000 Euro im an zehnter Stelle des 13-Rennen-Programms entschiedenen Finale. Für den Entscheidungslauf qualifizieren sich jeweils die sechs Erstplatzierten.

Im 2. Vorlauf gehen die vermeintlich aussichtsreichsten Teilnehmerinnen aus dem zweiten Band auf die zwei Kilometer lange Reise. Das sind Vanity Fame B (Rick Wester), die vor elf Tagen in Dinslaken die ersten Abteilung des Trials II trotz eines wenig vorteilhaften Rennens in der Außenspur ohne Führpferd gewann, und Super d'Aunou (Michael Schmid), die in der anderen Abteilung zwar deutlich schneller war, sich aber mit dem fünften Platz begnügen musste. Nach vorsichtigem Beginn hatte die Vierjährige, die im April das „Schwarzer-Steward-Rennen“ an ihre Fahnen heftete (Foto), einen zu schweren Stand.
Vorne mitmischen kann gewiss auch Key of Life Diamant (Georg Frick), wenn sie ihren sensationellen dritten Platz aus dem „Criterium der Vierjährigen“ bestätigt. Zwischen Times (Cees Kamminga), Solecita (Michael Nimczyk) und Zoesja Kievitshof (Robbin Bot) scheint, wenn man das Dinslakener Ergebnis zu Grunde legt, momentan nicht viel zu liegen. Bei einem passenden Rennverlauf können alle drei ins Finale vordringen.
20 Meter vor den genannten startet Shantal (Maximilian Berger), die nach ihrem dritten Platz im Trial I Anfang des Monats auf der „Derby“-Bahn deutlich chancenreicher ist als die in dieser Saison noch sieglose Cosmic Affair (Gerd Biendl) und die formlose Yours or mine (Jos van Koolwijk).
Vor einem schweren Gang stehen aus dem dritten Band auch More Diamonds (Jesse ter Borgh), Anfang April Siegerin im „Johannes-Frömming-Memorial“ zu Hamburg, die zuletzt das dritte Geld wegen einer Behinderung am Grünen Tisch wieder abgeben musste, und Donna Clara (Thomas Panschow). Die „Breeders Crown“-Gewinnerin ist in diesem Jahr bei fünf Starts in Frankreich komplett leer ausgegangen und hat zudem eine zehnwöchige Pause zu überbrücken.
Entschieden besser stehen für Thomas Panschow die Chancen im 2. Vorlauf, in dem er Yquem Rich steuert. Die Fünfjährige hat bei ihrem dritten Platz im Gelsenkirchener „Stuten-Pokal“ bewiesen, dass sie mit dem Bänderstart keine Probleme hat. Als aktuelle Empfehlung bringt sie den Sieg im Dinslakener Trial II mit, als sie nach einem forschen Tempolauf nie in Gefahr geriet.
Dabei ließ sie die nun allerdings 20 Meter günstiger postierte Zwetlana's Wish (Robbin Bot) und Wanda W (John Westenbrink) hinter sich. Die seit fast zwei Jahren sieglose Zwetlana's Wish endete als Dritte dichtauf, die „Frömming“-Zweite Wanda W gefiel mit einem starken Schlussakkord auf Rang vier.
Für eine Platzierung ganz weit vorne vorzumerken ist auf jeden Fall die mit Conrad Lugauer aus Schweden anreisende Alpha Degato, die in diesem Jahr bei einem Dutzend Starts drei Mal gewonnen und drei Mal den Ehrenplatz belegt hat. Vor genau einem Monat sicherte sie sich aus dem Band eine 200.000-Kronen-Prüfung leicht mit zweieinhalb Längen Vorsprung in 1:16,0.
Das Finale erreichen können gewiss auch die nun Heinz Wewering anvertraute Voila, Vierte im „Stuten-Pokal“ und Zweite im Trial I zum „Cassirer-Rennen“, und die zweimalige „Breeders Crown“-Siegerin Mona Lisa As (Cees Kamminga), die schon bei ihrem Ehrenplatz im „Stuten-Pokal“ gezeigt hat, dass sie auch eine doppelte Zulage auszugleichen vermag.
Die von der Grundmarke startende Uzuri (Helmut Biendl), die bei 15 Engagements nur zweimal ohne einen Geldpreis geblieben, aber immer noch sieglos ist, schied in Gelsenkirchen gleich zu Beginn aus, während es Jamilah Diamant (Georg Frick) im Entlastungslauf etwas später erwischte.
Die beiden Stuten aus Bayern rangieren unter Lincolns Sara (Michael Nimczyk), Zweite im Gelsenkirchener Entlastungsrennen, und Gardy Burgerheide (Michael Schmid), die im Dinslakener Trial II als Dritte eine gute Figur machte. Yamira Limburgia (Dion Tesselaar), die im letzten Jahr das Stutenrennen zum „Großen Preis von Deutschland“ vor Yquem gewann, bringt zwar aus den Niederlanden einen Überraschungssieg mit, wird sich aber steigern müssen, wenn sie mit 40 Meter Zulage eine prominente Rolle spielen will.