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Baltimore As wieder im Gespräch – Velten Couture bleibt auf der Strecke
Der Kampf um das Blaue Band am kommenden Sonntag wird ohne einen der Vorausfavoriten entschieden, denn Velten Couture (Foto) blieb in seinem total verbummelten Vorlauf auf der Strecke, als er auf die geforderte Tempoverschärfung zu Beginn des Einlaufs mit einer Galoppade reagierte. Damit war der Weg frei für Amoor Kievitshof (Hugo Langeweg: „Ich glaube, wir hätten auch ohne den Fehler von Velten Couture gewonnen.“).
Eine weitere Überraschung war die glatte Niederlage des „Buddenbrock“-Siegers Unikum (Heinz Wewering: „Vielleicht steckte ihm noch das schwere Rennen in den Knochen.“), der sich dem wieder erstarkten Baltimore As (Roland Hülskath: „Der Hengst kann noch schneller laufen und auch das Finale gewinnen.“) beugen musste. Formgemäß waren indes die Siege von Mary's Boy (Robbin Bot: „Als Favorit muss man auch mal nach vorne fahren.“) und Garant (Michael Nimczyk: „Die letzten 700 Meter waren sehr stark.“), die in 1:15-er Zeiten zeigten, was sie können.
Im 1. Vorlauf kam Amoor Kievitshof am besten ab, gelangte von ganz außen dann aber doch nicht an die Spitze, weil der weiter innen gestartete Velten Couture durchzog und die Führung behauptete. Amoor Kievitshof musste sich fortan das Rennen außen selbst machen, was jedoch kein großes Handicap war, weil Velten Couture in Front wahre Stehversuche unternahm.
Erst ab dem letzten Bogen ging es richtig zur Sache, und als der Pilot zu Beginn des Einlaufs von den Beinen geriet, hatte der Langeweg-Schützling gewonnenes Spiel. In seinem Sog wurde Picasso letztlich klarer Zweiter, nachdem der an zweiter Stelle innen gelegene My Muscles Yankee ca. 100 Meter vor dem Ziel im Kampf um den Ehrenplatz ausgefallen war. Dschingis Khan, Armstrong Transs R und Daniello Bo kassierten ohne bessere Möglichkeiten die nächsten Prämien. Giro wurde im Schlussbogen an fünfter Stelle disqualifiziert.
Ganz anders verlief der 2. Vorlauf, in dem der ausgangs der Startgeraden in Front gestürmte Mary's Boy für ein durchweg flottes Tempo sorgte, das der beim sechsten Start bereits seinen vierten Sieg feiernde Favorit bis ins Ziel voll durchstand. Mit 1:15,2 war er nicht weniger als 3,3 Sekunden schneller als Amoor Kievitshof. Die vorsichtig in die Partie geführte Finca, die sich gegenüber von der siebten in die dritte Position verbessert hatte, reichte an den Piloten nicht heran.
Der heftige Like that Diamant, der lange außen herum musste, wurde deutlich geschlagen Dritter vor Victory Love, der die Lage hinter Mary's Boy zeitig räumen musste. San Siro BR blieb trotz eines Fehlers im letzten Bogen das fünfte Geld vor dem früh nachlassenden King und Gilbert Becaud, der keine Szene hatte. Provider trabte nur wenige Meter.
Zügig ging es auch im 3. Vorlauf zu, als Baron W. das Kommando gegen Armando Kievitshof verteidigte, der sich erst zu Beginn der Schlussrunde hinter dem Piloten einreihen konnte. Dadurch verlor Sahir außen sein Führferd. Mitte gegenüber trat dann Garant an fünfter Stelle in dritter Spur auf den Plan, gesellte sich im letzten Bogen zum führenden Baron W., an dem er sich im Einlauf zu seinem ersten vollen Erfolg vorbeikämpfte.
Armando Kievitshof bot sich nach einem kleinen Schwächemoment 300 Meter vor dem Ziel noch einmal an und schnappte Baron W. das zweite Geld weg. Sahir hatte in der Endphase nichts mehr zuzusetzen. Granato schied im ersten Bogen am Ende des Feldes, Golden Sunlight und Emblem erwischte es eine Runde weiter jeweils in fünfter Position.
Im 4. Vorlauf sah es sehr lange nach dem erwarteten Erfolg von Unikum aus, der im ersten Bogen vor Super Neo die Führung übernommen hatte. Nach zwei ruhigen Abschnitten verschärfte der Favorit auf der Gegengeraden das Tempo und legte auch im Einlauf noch einmal zu, konnte jedoch nicht verhindern, dass ihn der streng auf Warten gesteuerte Baltimore As in der Distanz glatt überlief.
Dem einstigen Jahrgangs-Primus Super Neo blieb nur das dritte Geld vor Toolbox, der weitgehend außen auf sich selbst gestellt war. Georgies Boy landete im ersten Bogen, Van Diesel eingangs der Überseite, und Automatic Frisia nach 1.300 Metern am Turm.
Im Vorlauf war Year of Transs R außen auf sich selbst gestellt und als Fünfter scheinbar im Rahmen seiner Möglichkeiten geblieben. Im Finale des „Charlie-Mills-Rennens“ zeigte der von Robbin Bot mit viel Schwung aus dem zweiten Band gebrachte Hengst sein ganzes Können, riss eingangs des ersten Bogens das Kommando an sich und verabschiedete sich zum Totokurs von 483:10 zeitig zu einem überlegenen Erfolg.
Die beiden Vorlaufsieger Unforgettable (Arnold Mollema sollte Recht behalten, als er prognostizierte: „Das Finale wird kein Spaziergang.“) und Victor Bas (Rob de Vlieger), die aufgrund ihrer doppelten Zulage lange in hinteren Regionen auszumachen waren, endeten im Speed auf den Plätzen zwei und drei.