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(mspw). Der deutsche Trabrennsport trauert um eine seiner berühmtesten und erfolgreichsten Persönlichkeiten. Im Alter von 84 Jahren ist Kurt Hörmann, Gewinner von insgesamt 3.348 Rennen, nach langer, schwerer Krankheit in seiner Heimatstadt Hamburg verstorben. Sein größter Erfolg war der Derby-Sieg 1955 mit der Stute Hindumädel.
Kurt Hörmann, der 1926 in Hamburg-Wandsbek geboren wurde und den alle nur „Kutti“ nannten, machte im In- und Ausland durch Siege in zahlreichen hochdotierten Rennen Schlagzeilen, arbeitete über viele Jahre zusammen mit dem legendären Charlie Mills in Frankreich. Er war mit Sulky-Künstlern wie Johannes „Hänschen“ Frömming oder Gerhard Krüger befreundet.
Als Trainer brachte es Hörmann sogar auf 4.295 Siege. Zu seinen bekanntesten Trabern gehörten Spice Island, der auf eine Gewinnsumme von insgesamt 493.024 Euro kam, sowie Corner, der zwei- und dreijährig ungeschlagen blieb und während seiner Rennkarriere 347.019 Euro verdiente.
Auch Bontano (126.223 Euro) und Nimes (123.733 Euro) waren herausragende Traber. Spice Island und Bontano gehörten dem Stall Cicero von Harald „Charles“ Grendel. Für Grendel, den Mitbesitzer des Prix d’Amerique-Siegers Sea Cove (1984), trainierte Kurt Hörmann zahlreiche Pferde.
Schon sein Vater Josef Hörmann war im Trabrennsport engagiert. Kurt Hörmanns Tochter Rosita Brammann ist auf ihrem Hof in Sparrieshoop bei Elmshorn als Traberzüchterin aktiv („Gestüt Corner“).
Erst im Alter von 74 Jahren beendete Kurt Hörmann seine aktive Laufbahn und bestritt im Jahr 2000 auf der Bahn in Berlin-Karlshorst sein letztes offizielles Rennen mit der Stute Josefine Island. Zuletzt war er als Privattrainer für den Hamburger Besitzer und Immobilien-Kaufbahn Hermann J. Mismahl tätig.
2005 ging Kurt Hörmann unter die Autoren, verfasste gemeinsam mit dem Rennsport-Journalisten und -Funktionär Heinz Otto Stemper das Buch „Kurt Hörmann - Ein Derby-Sieger blickt zurück.“ Darin ließ er seine einzigartige Karriere Revue passieren. „Mit Hindumädel und mir hat damals niemand gerechnet“, erinnerte er sich an seinen Derby-Triumph.
Wegen einer schweren Muskelkrankheit war Kurt Hörmann bereits seit fünf Jahren an den Rollstuhl gefesselt, besuchte aber noch regelmäßig die Trabrennbahn in Hamburg-Bahrenfeld, von der er nur einen Steinwurf entfernt wohnte. „Er war nicht ganz einfach, aber ein sehr guter Mensch. Er hatte ein großes Herz“, sagte sein langjähriger Freund und Nachbar Alfred Kluth.