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Amateur Christian Schulz ist mit Gribaldo und Eico Joy überlegen

Bahnchampion Heinz Wewering gewinnt in Hamburg dreimal

Von Manfred Bode

Drei Jahre ließ Christian Schulz (48) seine Fahrerlizenz ruhen, bis ihn doch wieder der Trabrennvirus packte. Das neue Geläuf in Hamburg-Bahrenfeld hatte den Hasloher Kaufmann gereizt, seinem Sport auch wieder aktiv im Sulky zu frönen. Dass diese Entscheidung richtig war, beweist der gerade planmäßig aus dem HTZ-Vorstand ausgeschiedene Schatzmeister fast an jedem Renntag.

Nachdem Schulz am 3. Juni mit Garvin’s Lane ein Traloppo-Rennen zur Siegquote von 219:10 Euro gewonnen hatte, drückte er dem letzten Hamburger Renntag vor der Derbypause (nächste Veranstaltung am Volkspark am 4. August) seinen persönlichen Stempel auf und gewann beide Amateurfahren in überlegener Manier.

Gribaldo ist der Überraschungssieger

Dem neunjährigen Gribaldo (Foto), der nach drei guten Leistungen vom wettenden Publikum fahrlässig vernachlässigt wurde (Sieg: 300:10), verschaffte Schulz im Traloppo-Rennen mit einem Vorstoß nach einer Runde vor der Tribüne eine glänzende Lage hinter der führenden Querima (Hans-Jürgen von Holdt), passierte die Favoritin im Schlussbogen und war im Ziel in 1:15,7 Minuten/2.200 Meter schließlich locker fünfeinhalb Längen vor dem nachsetzenden Darwin (Thomas Maassen).

Große Freude bei Christian Schulz

Da der drittplatzierte von Holdt wegen Behinderung des bis dahin führenden Leonardo (Norbert Dahl) im ersten Bogen disqualifiziert wurde, zahlte die Viererwette mit Olltorps Indian (Katie Beer) und Friendly Frazer (Christoph Pellander) auf den weiteren Plätzen 166 666:10. „Manchmal kann man sich eben nicht wehren“, sagte Christian Schulz nach dem Renntag bescheiden und ließ seine Familie samt Freunden mit einer Getränkelage an seiner Freude teilhaben.

Damit meinte er auch den zweiten Teil seines Doppelschlags, der aus den Bändern mit Eico Joy (1:17,0/2.200) noch deutlicher ausfiel. Der erneut favorisierte lokale Amateurchampion Hans-Jürgen von Holdt kam mit Marengo eine Weile später als Zweiter über die Linie.

Heinz Wewering mit drei Siegen

Hinter dieser hundertprozentigen Ausbeute musste auch Bahnchampion Heinz Wewering zurückbleiben, der dennoch mit drei Siegen erfolgreichster Akteur des Abends war. Während er in der gewinnarmen Klasse mit Jenny de Sade Start-Ziel spazieren fuhr, zeigte er als Catchdriver hinter der veranlagten Gala, warum er den Titel „Heinz, the Champ“ immer noch zurecht trägt.

Trotz des unterwegs durch Peter Heitmann mit Marzia Vald verschleppten Tempos (1:27), bekam Wewering Ende gegenüber aus vierter Position nachsetzend den enteilten Piloten noch zu fassen.

Gala verbucht ersten Erfolg

Kampf Hals lautete der Richterspruch für die erstmals erfolgreiche Stute, deren Mitbesitzerin Sylvia Heinrich dem Weltrekordler im Winnercircle signalisierte, Gala auch in weiteren Aufgaben steuern zu dürfen. Vergleichsweise unspektakulär verlief dagegen Wewerings Auftritt mit der Ambro Kaiser-Tocher Queens.

Mit der Seriensiegerin hielt er sich in der Startphase zurück, griff dann die in Front gezogene Louisiana im zweiten Bogen beherzt an und spulte dann sein Pensum an der Spitze ab. Beeindruckend, dass beim überlegenen Sieg mit sieben Längen Vorsprung dennoch eine Zeit von 1:14,5/2.200 herauskam.

I’m a Star knapp vor Esbanjola C im Ziel

Die gleiche Zeit gelang Wewering zum Abschluss des Renntages mit Esbanjola C, allerdings musste er sich über Spintdistanz dem im Berufsfahrerchampionat führenden Ronald Hülskath (110 Siege) geschlagen geben, der aus dem Windschatten mit I’m a Star auf der Linie einen kurzen Kopf eher im Ziel war.

Lieber jetzt als am Wochenende bei den Vorläufen zum Stuten- und Traberderby in Berlin, mag sich der Cheftrainer im Stall von Ulrich Mommert gedacht haben. Für Hülskath, der die Bürde trägt, die aufgrund des langen Winters rückständigen Pferde von Marion Jauß in Mariendorf optimal vorzutragen, war das letzte Finish so etwas wie eine Bestätigung der eigenen Form, nachdem er sich zuvor schon mit der Stutenderbysiegerin von 2008,  Ini Lou, gegen deren ehemaligen Trainer Wewering mit Bento durchgesetzt hatte.

Gestütz Lasbek ohne Starter beim Derby

Ohne eigenen Derbystarter aber dennoch präsent beim Derby ist das Gestüt Lasbek. „Wir fahren mit sieben Pferden zur Jährlingsauktion“, sagte Trainer Harry Losse. „Unsere eigenen Dreijährigen waren in diesem Jahr nicht gut genug, dafür lassen sich die Zweijährigen sehr gut an.“ 

Dass mit Velten Couture und Finca zwei verkaufte Lasbeker Produkte mit guten Aussichten ins Deutsche Derby gehen, betrübt Losse nicht. „Es ist sehr wichtig für uns, auch gute Jährlinge zu veräußern.“ Die Lasbeker Renntagsausbeute in Hamburg fiel für Losse zufriedenstellend aus.

Triumph für Redpoint

Zwar ging der großrahmigen Esperance als 18:10-Favoritin ständig führend auf den letzten Metern die Puste aus, so dass der bärenstarke Redpoint trotz einer frühen Galoppade noch in 1:17,8/2.200 triumphierte. „Nach der siebenmonatigen Pause war ich aber sehr zufrieden mit ihr. Aufgrund ihrer kräftigen Statur braucht sie noch Rennen, um wieder in Topform zu kommen“, sagte Losse.

In dieser Verfassung ist Ebony bereits, und diesmal passte auch der Rennverlauf. Im Rücken der außen gehenden Favoritin Vodka Martini (Jörg Schefe) konnte Losse bis in den Einlauf warten und gewann letztlich leicht im Speed gegen Mendo Dito (Tilo Mannes). In Anbetracht dessen konnte er die Disqualifikation von Eliki im letzten Rennen verschmerzen. Allerdings traf ihn keine Schuld, denn der am Start galoppierenden Dancing Doll (Wladimir Gening) konnte Losse nicht mehr ausweichen.

Unausweichlich ist für Jörg Schefe auch der Abschied von Celebration XL. Das Zuchtprodukt von Gerhard Hölter (Oscar Schindler SL-Nuke it Linsay) geht demnächst  nach Schweden zu Trainer Stig H. Johansson. „Der Wallach kam mit einer verschleppten Bronchitis zu uns auf das Gestüt Corner und wir haben ihn  wieder hinbekommen“, sagte Schefe. Der Beweis: Nach dem kürzlichen Probelauf in 1:15,7/2.200 imponierte der Vierjährige bei der Wiederqualifikation in 1:16,8/2.200.

Manfred Bode