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Am 1. Mai sucht Gelsenkirchen seinen Super-Traber über die Meile. Im mit insgesamt 30.000 Euro dotierten BILD-Pokal kämpfen auch in diesem Jahr wieder einige der besten Pferde aus deutscher Zucht um 15.000 Euro Siegprämie und den prestigeträchtigen Titel: Bester deutscher Meiler.
Läuft alles planmäßig, lautet die spannende Frage vor allem: Schafft Gustav Diamant nach seinen Siegen 2008 und 2009 das Triple? Die Antwort ist keine leichte, formiert sich doch bereits mit Corleone, Hollys Boy und Unforgettable eine immens starke Gegnerschaft, die Gustav Diamant die Meilen-Krone entreißen möchte. Fest steht allein: Wenn alle vier starten, fahren auch alle vier um den Sieg.
Und glaubt man der Statistik, braucht sich keiner der vier zu verstecken. Beginnen wir mit dem Titelverteidiger: Bei dessen letztem großen Auftritt, am 8. November 2009 mit Gerhard Biendl im Sulky, stand am Ende ein sehr guter dritter Platz bei der Breeders Crown in Gelsenkirchen zu Buche – hinter dem Top-Favoriten und verdienten Sieger Brioni (Joakim Lövgren) und Sir Karan (Roland Hülskath).
Nach langer Ruhe absolvierte Gustav Diamant in diesem Jahr erst einen Test: am 15. April in Bologna wurde er dabei ebenfalls Dritter, hinter dem 16:10-Favoriten Irving Rivarco (Pietro Gubellini) und der „Gran Premio Continentale Filly“-Siegerin Lolly Kronos. von einer ungünstigen siebten Startposition aus und obwohl Gerd Biendl ihm noch lange nicht alles abverlangte.
Auffallend war allerdings. dass Gustav Diamant trotz der langen Pause im Finish bereits über erstaunlich gute Reserven verfügte – es ist somit anzunehmen, dass Gerd Biendl seinen Schützling am 1. Mai topfit am Nienhausen Busch präsentieren wird. Dort fühlt sich der achtjährige „Bayer“ ohnehin offensichtlich pudelwohl: Von seinen letzten fünf Starts in Gelsenkirchen gewann er drei und landete zudem einmal auf dem dritten Platz.
Sogar vier Siege und eine Platzierungen bei seinen letzten fünf Gelsenkirchener Starts hat Peter Erwigs Wallach Hollys Boy im Formenbuch stehen. Insbesondere die letzten Leistungen lassen aufhorchen, so auch der völlig ungefährdete Sieg mit Thomas Panschow im Heinz Gülden-Rennen am 11. April, als er über die Mitteldistanz Armstrong As (Michael Schmid) und Sir Karan (Roland Hülskath) auf die Plätze verwies.
Aber auch über die Meile hat der Neunjährige in diesem Jahr schon eine Duftmarke gesetzt. Am 1. April siegte er ebenfalls mit Panschow gegen den Varenne-Sohn Ambro Embellish (Arnold J. Mollema) und Chingagchook (Peter Grundmann) exakt über die Distanz, über die es auch am 1. Mai gehen wird. Wenn einer der vier Titel-Aspiranten als Spezialist über die Meile bezeichnet werden kann, dann ist es Hollys Boy.
Eher ein Speedpferd ist dagegen Corleone. Zudem ist dessen Name zugleich Programm – aus dem italienischen übersetzt bedeutet der soviel wie „Löwenherz“, und mit diesem hat auch Gustav Diamant so seine Erfahrungen gemacht. Vor allem in schmerzlicher Erinnerung dürfte da vor allem das Aufeinandertreffen am 2. Juni 2009 geblieben sein, als Corleone (Olivier Monshouwer) dem damaligen Favoriten Gustav Diamant auf den letzten Metern den Titel im mit 25.000 Euro dotierten bayrischen Zuchtrennen wegschnappte.
Und im Atoll Plage-Rennen im Vorfeld des Großen Preis von Deutschland am 18. Oktober 2009 besiegte er zusätzlich zu dem damals fünftplatzierten Gustav Diamant Hollys Boy gleich mit. Übrigens: Beim letzten Aufeinandertreffen zwischen Corleone und dem BILD-Pokal-Titelverteidiger , dem schon erwähnten BC-Finale, wurde ersterer hinter Gustav Diamant hauchdünn Vierter.
Bleibt noch Unforgettable, der deutsche Derbysieger des Jahres 2005. Der achtjährige Hengst wird vom 61jährigen Niederländer Arnold J. Mollema aus Wolvega trainiert und gesteuert. Im November letzten Jahres war Unforgettable beim „Prijs der Giganten“ und der Breeders Crown an Startfehlern gescheitert. Bei der BC belegte er nur den 8. Platz, bedingt durch eine Galoppade bereits vor der Marke.
Auch aufgrund dieses Startfehlers wurde Unforgettable dann im Weihnachtspokal am 26.12.09 von Mollema betont vorsichtig ins Rennen geschickt. Er kam als Sechster in Ziel, nachdem er eine Zulage von 25 Metern aufzuholen hatte.
Man sollte aber bei alldem nicht vergessen: Unforgettable ist ein großes Pferd und zudem ein wahrer Geldschrank, der in seiner Karriere bislang etwa 712.000 Euro ertrabt hat – weit mehr als die anderen drei, die es gemeinsam auf etwas über 790.000 Euro bringen. Wenn er also startet – das gilt natürlich auch für die anderen drei Genannten – gehört auch Unforgettable ganz klar zum Favoritenkreis.